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Ratsmitglied kann in BV-Sitzung nicht überzeugen

Ludger Kineke stellte sich den unbequemen Fragen der Bezirksvertreter

Dem CDU-Ratsmitglied Ludger Kineke wehte bei seinem Besuch in Ronsdorf ein rauer Wind entgegen: Fast alle Parteien sprachen sich gegen die Forensik in Ronsdorf aus, mit Ausnahme der Grünen. (Foto: AS)

(Ro./AS) An den Plänen des Landes, auf dem ehemaligen Gelände der Bundeswehr-Standortverwaltung eine Klinik für den Maßregelvollzug zu errichten, erhitzen sich derzeit die Gemüter im Stadtteil. Anlass für die Aufregung war eine Pressemeldung der CDU-Ratsfraktion, in der sich die Christdemokraten gegen den Bau einer Forensik auf der Kleinen Höhe in Elberfeld aussprachen (das SonntagsBlatt berichtete).
Auf die Einladung der Ronsdorfer Bezirksvertreter zur Sitzung am Dienstagabend war CDU-Ratsmitglied Ludger Kineke erschienen, um sich den kritischen Fragen der Stadtteilparlamentarier zu stellen. „Ich bin froh, dass es eine Einladung war und keine Vorladung“, begann Kineke seinen Vortrag launig.
Er berichtete von einem zweistündigen Gespräch, das er gemeinsam mit anderen CDU-Fraktionsmitgliedern in der vergangenen Woche mit Minister Laumann geführt habe. Dabei sei es durchaus hitzig zugegangen, trotzdem sprach Kineke von
einem „Gespräch auf Augenhöhe“. Karl-Josef Laumann würde den Ratsbeschluss abwarten und handeln, wenn sich Wuppertal gegen eine Forensik ausspräche. Natürlich habe sich der Minister geärgert, doch schlussendlich habe er seine Bereitschaft geäußert, den Entschluss für den Bau einer forensischen Klinik in Ronsdorf noch einmal zu überdenken. Kineke fühlte sich vom Minister „ernstgenommen“ und schilderte den Ronsdorfern die Argumente seiner Partei, sich gegen einen Bau der Forensik auf der Kleinen Höhe auszusprechen. Ein Argument sei demnach, dass niemand wisse, wie hoch die Erschließungskosten des Areals seien. Auch sei ein langwieriges Rechtsverfahren an der Kleinen Höhe zu befürchten: „So lange dieser Rechtsstreit liefe, stellt uns das Land die Fläche an der Parkstraße sicher nicht zur Erschließung von Gewerbeflächen zur Verfügung“, so Kineke in seinem Plädoyer, das bei vielen Ronsdorfer Bezirksvertretern für Kopfschütteln sorgte.
Der Stadtverordnete Alexander Schmidt (FDP) nannte das Verhalten der CDU-Ratsfrak­tion „hochgradig unfair“. Schmidt kritisierte die interne und externe Kommunikation der Christdemokraten und
betonte, dass Fragen und Zweifel an der Standortfrage im Vorfeld in den Fachgremien hätten geklärt werden können – wenn man darüber gesprochen hätte.
Simon Geiß (SPD) verdeutlichte Ludger Kineke, dass die Menschen im Stadtteil die Forensik nicht aus Angst ablehnten, sondern argumentierte damit, dass es um die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen – und die Gewinnung von Gewerbesteuer gehe. Die Ablehnung der Christdemokraten zur Kleinen Höhe bezeichnete er als einen „Unfall“.
Sympathien erhielt der Besuch des Ratsmitgliedes ausschließlich von den Grünen: So gab Bezirksvertreter Yves Paul Ramette zu bedenken, dass beim Bau einer Klinik für Maßregelvollzug gut 120 Arbeitsplätze vor Ort entstehen könnten. Um Gewerbe zu erschließen, könne man auf das Konzept vom Gewerbegebiet „Blombach Süd“ zurückgreifen. Diesen Einwand ließ Alexander Schmidt nicht gelten: Die Ansiedlung von Gewerbe sei an dieser Stelle seit mehr als 20 Jahren aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse unmöglich.
Die Grünen-Kreisvorstandssprecherin Claudia Schmidt begrüßte, dass die CDU als eine Partei mit „einbetonierten Meinungen jetzt auf den Klimawandel reagiere“. So sei festzustellen, dass es sich beim Bau der Forensik an der Kleinen Höhe um einen „Eingriff in die Natur“ handele – dies sei so an der Parkstraße nicht gegeben.
Dem wiedersprach FDP-Stadtverordnete Dorothea Glauner: Sie wehrte sich dagegen, dass dem Bürger immer der Eindruck vermittelt werde, dass die Kleine Höhe durch die Errichtung der Klinik „zugeplastert“ werde: Der Bau beträfe nur eine Teilfläche. „Ronsdorf hat genug getan, um seiner Verpflichtung für das Land gerecht zu werden“, unterstrich Glauner und meinte damit die Jugend-JVA, die Landesschulen, die Unterkünft der Flüchtlinge am Saalscheid sowie die Justizvollzugsanstalt in Lüttringhausen „direkt vor der Haustür der Ronsdorfer“.
Kritische Worte gab es auch von SPD-Fraktionssprecher Harald Kroll: „Wir nehmen viel hin in Ronsdorf und sind immer vorneweg, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen. Wir können nur hoffen, dass sich die Mehrheit im Rat der Stadt am 22. Juni noch besinnt und sich gegen den Standort Parkstraße ausspricht. Ich bin überzeugt, dass sich die Ronsdorfer Bürger bei der Wahl im September erinnern, wie dort mit Ronsdorf umgegangen wird.“

Enttäuschender Schlagabtausch

Wer sich vom ersten Tagesordnungspunkt der Bezirksvertretung Ronsdorf am Dienstagabend in der Aula der Gesamtschule mehr versprochen hatte, wurde bitter enttäuscht. Eingeladen hatte Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes die Spit­ze der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal und es kam nur einer, Ludger Kineke.
Sonst fühlte sich wohl keiner der Granden bemüßigt, den eigenen Parteikollegen in Ronsdorf zur Seite zu stehen und die schwerwiegende Entscheidung gegen die Forensik auf der Kleinen Höhe den Ronsdorfern zu erklären. Die sollen einfach akzeptieren, dass fadenscheinige finanzielle und ökologische Gründe, die es allerdings schon vor Jahren gab, jetzt in den Vordergrund geschoben werden, um das Wahlvolk dort zufrieden zu stellen. Man zielt darauf ab, dass die Forensik an die Parkstraße gebaut wird, wohl wissend, dass man den Ronsdorfern damit keine Zeit mehr zur Reaktion lässt.
Aber wie sagte schon die Stadtverordnete Schmidt von den Grünen: „Die Ronsdorfer sollten sich nicht so wichtig nehmen, sie sind doch auch nur ein Stadtteil von Wuppertal.“ So gesehen schei­nen Grüne und CDU den Wuppertaler Stadtteil Ronsdorf wirklich nicht wichtig zu nehmen. Mal sehen, was sie nach der nächsten Wahl dazu sagen werden.
Man fragt sich allenthalben, wenn CDU und Grüne den Umweltgedanken jetzt so betonen, wo sind denn deren Einwände zum Bau der Autobahn durch Ronsdorf? Spielt da der ökologische Gedanke auf einmal keine so entscheidende Rolle mehr?
Da bringen die neuen Partner lieber wieder die finanzielle Seite ins Spiel. Eine Tunnellösung sei zu teuer, obwohl in diesen Tagen Geld in großen Mengen ausgegeben wird.
Nun will das neue Bündnis als „Deckmäntelchen“ für das abgekartete Polit-Theater auch noch das seit Jahren abgeschriebene Gelände Blombach Süd als Gewerbegebiet ins Spiel bringen, obwohl bekannt ist, dass die jetzigen Eigentümer nicht gewillt sind, zu verkaufen.
Kurzum, es gab keine neuen Ansätze zur Lösung der nun entstandenen Problematik, wohl auch keinen Willen dazu. So zeigte sich Ludger Kineke weiter unzugänglich gepaart mit Arroganz und Süffisanz. Einzig Alexander Schmidt hatte die Kraft, der Wand aus Ignoranz und Sturheit Paroli zu bieten. Doch dies allein wird wenig nützen, um die Entscheider im Rat der Stadt Wuppertal wieder zur Vernunft zu bringen.
Aber Ronsdorf setzt trotzdem ein Zeichen: Jetzt sind es schon über 2.100 Unterschriften gegen den Bau der Forensik an der Parkstraße und täglich werden es mehr. Die Initiative „Kleine Höhe“ hat bekanntlich nur 1.300 Unterschriften für ihr Ansinnen zusammenbringen können.
Ob die Mehrzahl an Einwänden und Unterschriften das eine oder andere Ratsmitglied umstimmen kann und dass der Wille der Ronsdorfer Bürger bis nach Düsseldorf Gehör findet, darf weiter bezweifelt werden. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt,

meint        
de Rongsdroper

 

„Bibi to go“ bald in Ronsdorf

Stadtbibliothek erweitert ihr Angebot auf die Stadtteile

Analog zu, kontaktlos bald möglich: In der Stadtteilbiobliothek soll es bald auch die Online-Ausleihe „Bibliothek to go“ geben. (Foto: AS)

(Ro./AS) Die Wuppertaler Stadtbibliothek weitet ihr Angebot zur kontaktfreien Ausleihe weiter aus. „Bibliothek to go“, so der vielsagende Titel, richtet sich ab Montag an die Nutzer der Stadtteilbiblio­theken in Barmen, Beyenburg, dem Rott, Wichlinghausen und Langerfeld.
„Auch die nach umfassender Sanierung und Modernisierung fertiggestellte Stadtteilbibliothek Cronenberg startet mit der kontaktlosen Medienausleihe ,Bibliothek to go‘ am 8. Juni“, berichtet Kathrin Petersen von der Stadtverwaltung. Da sich das Konzept in der Zentralbibliothek bewährt habe, werde man auch die Abholzeiten für die Online-Ausleihe ausweiten. „Die ersten Vorbestellungen für Medien sind bereits seit diesem Freitag möglich“, freut sich Petersen.
Nun soll auch die Stadtteilbibliothek in Ronsdorf zur „Bibliothek to go“ werden: „Nach Abstimmung der Hygienepläne in den Gebäuden steht dem nichts mehr im Wege“, sagt Kathrin Petersen.
Das Prinzip: Wuppertaler mit gültigem Bibliotheksausweis können maximal fünf Medien – Bücher, Hörbücher, Filme oder Zeitschriften – über den Online-Katalog der Stadtbibliothek Wuppertal aus dem Bestand der teilnehmenden Zweigstelle reservieren. „Die Medien stehen am nächsten Öffnungstag zur Abholung in der jeweiligen Bibliothek zur Verfügung“, so Petersen.
Auch bei der Rückgabe gelten besondere Regelungen: „Eine Rückgabe der entliehenen Medien ist derzeit nicht erforderlich, da die Leihfristen momentan automatisch verlängert werden.“ Sie sei aber möglich, allerdings nur kontaktlos und ohne Quittung, da die Medien aufgrund der Empfehlung internationaler Gesundheitsbehörden 72 Stunden in Quarantäne aufbewahrt werden sollen.

 

Alle Jahre wieder gefährlich

Talsperrenschwimmer riskieren beim Sprung ihr Leben

Privates Angeln und Schwimmen – zwei Diszipline, die in der Ronsdorfer Talsperre ausdrücklich verboten sind. (Archivfoto: AS)

(Ro./AS) Vieles ist in diesem Sommer anders als in den Vorjahren. Doch eines ändert sich nie: die waghalsigen Springer und Schwimmer an der Ronsdorfer Talsperre. Am vergangenen Pfingstwochenende beschwerten sich Spaziergänger über Lärm von Bade­gästen am Ufer und über Menschen und ihre Vierbeiner, die das kühle Nass für eine willkommene Erfrischung zum Nulltarif nutzten.
Sich an richtiger Stelle über das falsche und gefährliche Verhalten zu beschweren, ist nicht ganz leicht, wie Susanne Fischer vom Talsperrenbetreiber, dem Wupperverband, mitteilt. Der Verband selber könne demnach keine Platzverweise aussprechen: Den illegalen Badegästen kann ein Platzverweis nur durch die Polizei oder das Ordnungsamt erteilt werden, da Grundstücke entlang des Ufers der Stadt Wuppertal gehören. „Die Ronsdorfer Talsperre ist ausdrücklich kein Badesee“, warnt Susanne Fischer. „Neben ihrer wasserwirtschaftlichen Aufgabe dient sie dem Naturschutz. Sie liegt im Naturschutzgebiet und ist ein Refugium für Tiere und Pflanzen.“ Daher sei Schwimmen ebenso verboten wie das Baden von Hunden, Picknik am Ufer, offenes Feuer und Grillen. Aufgrund der Trockenheit ist offenes Feuer zurzeit besonders gefährlich, schon ein Funke reicht aus, um ganze Waldflächen in Brand zu setzen. „Besonders gefährlich ist es, wenn Menschen von der Mauer in die Talsperre springen“. so Fischer. Dies sei natürlich strengstens untersagt, komme aber immer wieder mal vor. „Hier können wir nur dringend appellieren, dies nicht zu tun, denn es ist lebensgefährlich.“
Für Freizeitspaß am und im Wasser gibe es hervorragende Möglichkeiten an der Bever-, Wupper-, Brucher- und Lingese-Talsperre. „Hier sind sowohl Badestellen eingerichtet als auch andere Wassersportarten möglich“, verspricht Fischer, die auf die Vernunft der Erholungssuchenden entlang der Ronsdorfer Talsperre hofft.