Ausgelassene Väter feiern traditionellen Vatertag

Das Wetter meinte es gut in diesem Jahr mit den „Herren der Schöpfung“

Der Wanderparkplatz an der Ronsdorfer Talsperre war wie immer ein Treffpunkt größerer Gruppen feierwilliger und wanderfreudiger Väter. (Foto: JoB)

(Ro./AS) Für die einen ist es Christi Himmelfahrt, für die anderen ist es Vatertag. Vatertag ist, wenn sich Männer mit Bollerwagen und Bier selber feiern. Konkreter gesagt: Jährlich an einem Donnerstag, genau 49 Tage nach Ostersonntag  an Christi Himmelfahrt ist es so weit.
Dabei stößt diese „Doppelbelegung“ längst auch auf Kritik, denn es wird zunehmend beklagt, dass der Vatertag den christlichen Feiertag aus dem Bewusstsein der Gesellschaft zunehmend verdränge. Doch davon lassen sich die feiernden Väter nicht abhalten, denn auch ihr geliebter Brauch kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Historiker schätzen, dass die Tradition, sich gemeinsam mit anderen Männern zu betrinken, aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt. Dabei wird gern verschwiegen, dass dieser Brauch „auf dem Mist einiger geschäftstüchtiger Brau­er­eien gewachsen sein soll“. Mit einem geschmückten Bollerwagen loszuziehen, hat übrigens nichts mit dem Transport des Gerstensaftes in rauen Mengen zu tun. Er geht wohl – kein Witz – auf die Tradition der heidnischen Flurbegehungen zurück.
Apropos Transport: Gestandene Väter sollen, so sagt das Brauchtum, kein eigenes Bier zum Feiern mitbringen. Dafür haben traditionell die Junggesellen zu sorgen, denn sie nehmen den Vätern an diesem Tag diese Last ab – zumindest symbolisch.
Trotz aller Tradition zeichnet sich jedoch nicht erst seit Beginn der Pandemie ein Wandel ab: Der Vatertag gewinnt immer mehr an Bedeutung für die gesamte Familie. So soll der Ehrentag der Väter dahingehend verändert werden, dass sich die Väter über die Zugehörigkeit in einer Familie freuen und dies feiern können.
Immer beliebter werden deshalb wohl auch typische Männergeschenke geworden: Ein personalisiertes Bierglas oder ein eigenes Grillbesteck mit Namen gehen immer. Natürlich freuen sich Väter kleinerer Kinder heutzutage auch über selbstgemalte Bilder ihrer Kleinen.
So war in diesem Jahr am Vatertag eine gesunde Mischung aus Moderne und Tradition zu beobachten: Während die einen brav im Kreise der Familie feierten, zogen andere in alter Tradition mit ihrem Bollerwagen los und ließen es in bester Männer-Gesellschaft krachen.

 

Was passiert denn jetzt am Eisernstein?

Christdemokraten fordern Sachstandsbericht von der Verwaltung

Hier wünschen sich die Mitglieder der Bezirksvertretung die Möglichkeit, das Innere des künftigen Kreisels mit einem „Schuss Lokalkolorit“ mitgestalten zu können. (Foto: AS)

(Lü./AS) Niemand, der sich mit dem geplanten Umbau des Kreisverkehrs am Eisernstein auseinandersetzt, wagt zu bezweifeln, dass die Großbaumaßnahme eine Operation am offenen Herzen sein wird. Die Belastungen in der Anwohnerschaft sind genauso vorprogrammiert wie lange Staus rund um den Verkehrsknotenpunkt, der durch den Umbau zum Kreisverkehr für die nächsten Jahrzehnte ertüchtigt werden soll – wenn man die gewünschte Verkehrswende einmal bewusst ausklammert, versteht sich.
Dabei stammen die ersten Ideen zum Umbau aus den frühen 1990er-Jahren, einer Zeit also, in der der Begriff Mobilitätswende noch ein Fremdwort war. Aufmerksame Beobachter sind der Meinung, dass seitdem viel geschehen ist und dass die Menschen in Lüttringhausen „der Realisierung des Kreisverkehrs nie näher gewesen sind als momentan“. Erst in der letzten Woche umschrieb es Remscheids Oberbürgermeister mit den Worten „Gut Ding will Weile haben“.
Im Frühjahr 2021 wurde den Mitgliedern der Bezirksvertretung Lüttringhausen die damalige Planung für den Kreisverkehr vorgestellt, und vor gut einem Jahr wurden die Förderunterlagen bei der zuständigen Stelle des Landes Nordrhein-Westfalen eingereicht.
Inzwischen, so heißt es, liegen der Verwaltung die heiß ersehnten Förderzusagen vor. Nun sehen die Menschen im Stadtteil den Zeitpunkt für gekommen, die Maßnahme in absehbarer Zeit in Angriff zu nehmen.
Doch aus dem Rathaus ist nichts Verbindliches zu hören. Noch nicht, denn jetzt hat die Lüttringhauser CDU-Fraktion einen umfangreichen Fragenkatalog erarbeitet, um die Ziele greifbarer zu machen. Insbesondere vor der Tatsache, dass sich die Baustoffkosten in den letzten Monaten drastisch erhöht haben, will man wissen, in welcher Höhe sich die zugesagten Fördermittel belaufen. Auch die Frage einer ansprechenden Gestaltung des Kreisels mit einer guten Portion „Lokalkolorid“ soll von der Verwaltung beantwortet werden.
„Aktuelle Beispiele im Stadtbezirk sind die Zusammenarbeit von TBR, Heimatbund Lüttringhausen und Bezirksvertretung bei der Gestaltung des Rathausumfeldes oder die Ideensammlung für die aktuell in Umsetzung befindliche Aufwertung des Spielplatzes Albert-Tillmanns-Weg“, heißt es aus der CDU-Fraktion. Bei dem „stadtteilprägenden Projekt Kreisverkehr Eisernstein soll diese Erfolgsgeschichte fortgeführt und eine frühzeitige Beteiligung Interessierter ermöglicht werden.“
Mit dem Fragenkatalog der Christdemokraten werden sich die Mitglieder der Lüttringhauser Bezirksvertretung auf ihrer Sitzung Mitte August befassen – und hoffentlich die langerwarteten Antworten seitens der Verwaltung bekommen. Denn, um es mit den Worten von Remscheids Oberbürgermeister Mast-Weisz zu sagen: „Hartnäckigkeit hat einen Namen: Lüttringhausen.“

 

Ein italienischer Nachmittag

Zweite Ausgabe der Literatur im GAW

Großen Spaß hatten auch die Lesenden Rachel Kafka (links) und Dorothea Glauner. (Foto:PK)

(Lü./PK.) Die zweite Ausgabe der Veranstaltung „Literatur im GAW“ (Gustav-Adolf-Werk) in der Ronsdorfer Lutherkirche war mit knapp vierzig Besucher*innen am vergangenen Mittwoch beinahe genau so gut besucht wie die erste vor einigen Wochen. Diesmal standen keine Heimatgeschichten auf dem Programm, sondern es ging nach Italien.
Friedrike Slupina-Beck freute sich über den guten Besuch und die musikalischen und lesenden Gäste. Die Mit-Initiatorin der Lesereihe, Dorothea Glauner, teilte sich den Lese-Part mit Rahel Kafka. Der Roman „Maria, ihm schmeckt's nicht“ war Mittelpunkt des Nachmittags. Das Buch von Jan Weiler hat nicht umsonst den Untertitel „Geschichten von meiner italienischen Sippe“. Weiler hat in eine italienische Familie eingeheiratet, und man darf annehmen, dass viele Anekdoten in seinem Buch auf autobiographischen Erlebnissen basieren, wenngleich er selbst dies leugnet.
Es wird hemmungslos mit den Klischees gearbeitet, die eine italienische Großfamilie so mit sich bringt: Es wird viel gegessen und noch mehr erzählt, beim Essen, versteht sich. Weißbrot darf nie fehlen, Rotwein und Wasser ebensowenig. Weiler verarbeitet die immer selben Gesprächsthemen und das familiäre Zusammensein sehr humorvoll.
Das lesende Paar amüsierte sich ähnlich wie das Publikum. Zudem muß man konstatieren, dass Rahel Kafka diesen typischen deutsch-italienischen Mischmasch aus etwas falsch ausgesprochenen Worten und italienisch eingefärbten Zwischentönen herrlich nachahmen kann. Besonders großartig zwei Aussagen, die aus dem Buch stammen: Wenn ein Familienmitglied sagt: „Es schmeckt nur, wenn man gaaaanz viel isst.“ Vielleicht noch besser: „Italiener reisen nicht. Sie irrlichtern.“
Die Pfarrerin hatte ihren musizierenden Sohn Benjamin mitgebracht, der sich an den Flügel setzte und seine singende Mutter bei einigen italienischen Hymnen begleitete. „Lasciatemi cantare“ von Toto Cotugno durfte ebenso nicht fehlen wie „Ti Amo“ (Umberto Tozzi). Ein kurzweiliger Nachmittag.

 

Steigerung von Rennen zu Rennen

Saisonstart für den Ronsdorfer Max Schmidt in der IDM SBK1000

„MadMax“ in Aktion. (Foto: privat)

(Reg./Red.) Für den Ronsdorfer Maschinenbaustudenten Max Schmidt ging es am vergangenen Wochenende zum zweiten Saisonrennen in den Motopark nach Oschersleben. Nach dem ernüchternden Saisonauftakt am Lausitzring, bei dem Max von einem übermotivierten Gegner abgeräumt wurde, ging man mit frisch renoviertem Bike und voller Elan an den Start.
Die Training-Sessions verliefen ohne Probleme und so konnte sich Max in der 22 Mann starken Superbike- Klasse auf Platz 17 qualifizieren. In Rennen Nr. 1 war er in der Lage die Zeiten aus der Quali zu bestätigen und konnte sich mit starken Manövern auf Platz 12 nach vorne fahren. „Leider fehlten ein paar Runden, sonst hätte ich die Gruppe vor mir auch geschnappt“, freute er sich über den starken Auftritt. Für Rennen Nr. 2 stand die gleiche Taktik auf dem Plan und so lag Max bereits nach wenigen Runden auf Platz 14, als ein Kieselstein den Weg in den Kühler fand und die Wassertemperatur schnell in ungesunde Höhen stieg. So musste Max das Rennen vorzeitig beenden. Trotz des Ausfalls zog auch der Teamchef ein positives Fazit „Max hat heute gezeigt, dass er in die Superbike IDM gehört. Eine überzeugende Performance,“ so Denis Hertrampf.
Auch die Wuppertaler Unternehmen J. Edelhoff Pressen-Service GmbH, BRS Wittenberg und D&D Car Center stehen in der Saison hinter Max und freuen sich über die Entwicklung des Superbikers „MadMax“ in der Top Klasse des deutschen Motorradsports!
Am 26. Juni folgen die Rennen 5 und 6 im tschechischen Most.